Mein Werdegang

Mein Werdegang

Du fragst dich, wie ich dazu gekommen bin, meine Fähigkeiten hier anzubieten? Ich skizziere hier kurz meinen Werdegang und damit auch meine Erlebnisse und Erfahrungen.

Es soll sich nur um eine schemenhafte Auswahl handeln, um einen kleinen Überblick geben zu können. Viele Erlebnisse haben mich inspiriert, genauer hinzusehen und tiefer in die Materie einzusteigen. So konnte ich mir Wissen aneigenen und auch zahlreiche Erfahrungen machen, die mich haben wachsen lassen.


Schwitzhütten Ritual
Mein Krafttier
Das Wesen der Pflanzen
Wurzel-Ritual
Frei Atmen
Sibirischer Schamanismus
Männlichkeit
Butoh
Achtsamkeit

Die Schwitzhütte

Es handelt sich um eine sehr alte Tradition, die in allen Kulturen überall auf dem Globus unsrpünglich ist. Einige Völker Mittel- und Nordamerikas haben diese durch ihre strengen Traditionen bewahrt. Es wird mithilfe von glühenden Steinen (in den Traditionen die ältesten Bewohner dieser Erde) in einer gedrungen gebauten „Hütte“ eine heiße, enge und dunkle Situation erzeugt. Verschiedene Aspekte, wie Dankbarkeit, Loslassen oder Schöpfen können Themen einzelner Abschnitte des Rituals sein. Das alles wird von Trommeln und Gesänge des Schwitzhüttenleiters und der übrigen Teilnehmer begleitet und mitgetragen.


In meiner ersten Zeremonie, vor knapp 10 Jahren, war ich so überwältigt von der Hitze, der Enge und den Themen, die mir erschienen, dass ich mir vorkam, als müsse ich sterben. Ich wollte stark sein und mir nicht die Blöße geben, aufzuhören und habe weiter dagegen angekämpft. An dem Punkt, an dem ich dann einfach nicht mehr konnte, ich es nicht mehr aushielt, habe ich mich dann innerlich entschlossen, nach dem nächsten Lied aus der Hütte zu gehen. Hier waren bereits über zwei Stunden vergangen. Mir war alles zu viel. Ich war besiegt – Das war der Moment, als alles von mir abfiel. Ich versuchte, mich in der Enge zwischen den anderen auf den Boden zu legen, weil ich keine Kraft mehr hatte. Ich konnte mein Herz schlagen und meinen Atem fließen sehen. Von „mir“ war nichts mehr übrig als erben mein Herzschlag und mein Atem. Ich bin zum ersten Mal zum Grund meiner Existenz vorgedrungen und habe meine Essenz spüren dürfen. Dank dieser Erfahrung hatte ich eine Ahnung von dem bekommen, was ich bin und was nicht. Es ist, als ob ich meinen puren Lebenshauch spüren durfte. Dafür bin ich bis heute dankbar. Seitdem habe ich mich intensiver auf die Suche nach diesem inneren Puls gemacht, der mich im Leben hält. Diese Suche dauert bis heute an.

Mein Krafttier

Ich habe mich die Monate und Jahre nach dieser Erfahrung darum bemüht, jedes mögliche Schwitzhütten Ritual zu erleben, weil ich mich weiter auf die Suche nach meiner Essenz machen wollte. Dafür bin ich monatelang mit meinem Zelt per Anhalter quer durch Europa gereist und habe mich von nichts als Butter, Honig und rohem Gemüse ernährt, um Geld zu sparen. Wie der Zufall (wenn es ihn überhaupt gibt) es dann so wollte, kam es dazu, dass ich nach allem Reisen eines Tages zusammen mit Alejandro Quiros, einem Mitglied eines indigenen Stammes aus Zentralamerika bei uns im Garten eine solche Hütte gebaut habe. Er erkannte, dass ich es ernst meinte und er wollte mir helfen, eine europäische Version dieses Rituals zu entwickeln. Es sollte mein Geburstag werden, als wir die erste Zeremonie abhielten. Im Verlaufe seines Aufenthaltes machte er mir auch klar, dass alle Menschen Hilfe aus der geistigen Welt erhalten und dass diese oft in Form eines Krafttieres erscheint. Es ist die Qualität, die das Tier ausmacht, die uns unterstützt. So fand ich durch das von ihm geführten Ritual zu meinem Krafttier, einem stattlichen weißen Hirsch, der mich seit dem durch viele schwierige Situationen begleitet hat. Er begegnet mir seit dem immer wieder in Situationen, in denen ich ihn um Hilfe bitte oder wenn ich mich meiner Intuition bediene. Mit Alejandros Hilfe haben wir auch weitere Zeremonien abgehalten, bei denen ich auch einen Adler als einen weiteren Begleiter empfangen durfte. Die Tiere sind uns Menschen so ähnlich, dass wir dank ihrer Energien Hindernisse überwinden lernen.

Das Wesen der Pflanzen

Im Laufe zahlreichere Schwitzhütten Zeremonien bin ich immer wieder mit verschiedensten Kräutern und Harzen in Kontakt gekommen, die zu bestimmten Zwecken geräuchert wurden. Ich nahm wahr, dass Pflanzen nicht nur grüne Sauerstoffproduzenten waren, sondern jede von ihnen ganz speziell ist und auf ihre Art und Weise wirkt. Die alten inidgenen Völker wussten um deren Wert und Wirkung. Es eröffnete sich mir damit eine gänzlich neue Welt. Ich sah die Pflanzen nun als Freunde und Gelehrte. Von jeder von Ihnen ging ein Zauber aus und dazu unglaubliches Wissen, das nur darauf wartete von mir entdeckt zu werden. Ich wältze Buch um Buch und fing an verschiedenste Pflanzen zu kultivieren, um sie anschließend zu räuchern, zu essen, oder sie in Tee zu verwandeln. Das ist jetzt elementarer Teil meines Lebens und auch meiner Arbeit geworden. Mein Umgang mit all den Lebewesen um mich herum ist nun viel achtsamer und ich sehe, dass wir viele Situationen mit ihrer Hilfe ganz einfach lösen können. Der Bau des Klostergartens im Kloster Ensdorf ist eines meiner Highlights beim Anbau von Heilpflanzen.

Butoh

Auf der Suche nach meiner eigenen Verganhenheit wurde ich durch Franziska G., einer begnadeten Tänzerin und Entdeckerin im Gebiet der Heilung von Traumata durch Körperarbeit, auf Butoh aufmerksam gemacht. Es handelt sich um eine zeitgenössische Tanz- und Performance-Richtung, die in Japan in den 1950er Jahren entwickelt wurde, um das kollektive Trauma des zweiten Weltkrieges und dessen Folgen für die Seele aufzuarbeiten und zu heilen. Wir verbrachten ein ganzes Wochenende damit, die Spuren unserer Vergangenheit durch und in unserem Körper zu finden. Da ich viel Zeit in meinem Leben mit Tanzen verbrachte, war ich mutig genug um mich dem Prozess zu stellen, da ich keine Angst vor den körperlichen Anforderungen hatte. Am Abend des zweiten Tages merkte ich, dass es kein gewöhnlicher Tanz war, wie ich ihn kannte. Mir wurde klar, dass ich durch die Butoh-Praxis an meine eigenen Grenzen herangeführt wurde. Das Ankommen im Hier und Jetzt, der Reduzierung der Bewegungskontrolle bis fast zum Stillstand, führte zur Auflösung meines aktuellen Ichs. Somit gab ich die Kontrolle über meinen Körper ihm selbst zurück. Damit öffnete ich den Raum in dem ich meine Grenzen ein weiteres Mal erleben durfte – und überschritt sie. Ich steckte bis zum Hals in einem Kindheitstrauma, dass ich bis dato noch nicht aufgelöst hatte. Ich war wieder das Kind, dem die Welt so ungerecht schien und so war ich ihr ein weiteres mal machtlos ausgeliefert. Ich erkannte mich wieder, als der kleine verletze Mensch der ich war und den ich noch immer in mir trug. Der nächste Tag gab mir die Gelegenheit das Ganze aufzulösen. Ich tanzte, atmete mich frei und ich wurde Schöpfer und Zeuge der Heilung meines inneren Kindes und damit auch meiner ureigenen Heilung.

Wurzel-Ritual

Auf der KIVA-Zeremonie, ein jährliches Treffen von Stammesältesten, Medizinmännern und-Frauen und Schamanen aus der ganzen Welt traf ich auf Aayla, die sich für andere Menschen einsetzt und Rituale entwickelt. Wir hielten u.a. ein Ritual für unsere Vorfahren ab, das dazu dienen sollte, deren Leid und Schmerz zu lindern. Sie erklärte mir, dass die Menschen im 20. Jahrhundert, die in Deutschland bzw. in Europa lebten viel Leid ertragen mussten. Beide Weltkriege führten dazu, dass ganze Generationen traumatisiert wurden und ein Großteil der Väter und (Ehe)Männer zu früh gehen mussten. Menschen die durch Gewalteinwirkung sterben, sind dem Glauben der sibirischen Schamanen nach noch nicht bereit, vollkommen zu gehen und brauchen deshalb unsere Hilfe. Sie sitzen in der Unterwelt fest und ihr Bedürfnis nach Aufmerksamkeit äußere sich bei uns in Krankheiten wie Depressionen oder Angststörungen. Mit ihrere Hilfe hatte ich während des Rituals das Gefühl, mit der Erde, auf der ich lebe in Verbindung zu sein. Ich bildete eine gedankliche Wurzel durch meine Füße, durch die Erde hinab zu meinem Urgroßvater, der im Krieg umgekommen war und schickte ihm durch ebendiese Wurzel all meine Liebe und Dankbarkeit. Mir wurde klar, dass ich ohne ihn nicht hier wäre.

Als dieses kraftvolle Ritual zu Ende war, merkte ich, wie schwer es war diese Erfahrung mit meiner Vorstellung von Alltagsrealität in Verbindung zu bringen. Ich merkte, wie sehr Aayla mir dabei half, diese Erfahrung gesunden Geistes zu überstehen, nicht den „Verstand zu verlieren“. Selbst in den Stunden danach hatte ich das Gefühl, noch nicht wieder ganz „da“ zu sein und zum Glück lud die mexikanische Familie der „Wurzeln der Erde“- Bewegung zu einer Schwitzhütte. Dort konnte ich meine soeben gemachte Erfahrungen integrieren und mich von den Teilen von mir trennen, die mich unsicher sein ließen. Ich hatte nun eine Ahnung davon, woher ich komme, eine spürbare Verbindung dahin und erfuhr am eigenen Leib, wie die Arbeit von Schamanen aussah.

Auflösung alter Emotionen

Ich erkannte, dass ich nichts wusste. Meine Wahrheit und Wahrnehmung der Welt erschienen mir immer mehr als einseitig und beschränkt. Es wurde damit zu meinem obersten Ziel mein Bewusstsein zu erweitern, um mich nicht mehr so schnell in solche Sackgassen zu begeben. Durch den Heilungsprozess, den ich selbst in Gang gesetzt hatte, stellte ich mir immer öfter die Frage, wo mein Weg hingeht und wann ich weiß, dass ich am Ziel bin. Ich merkte, dass meine Realität, oder die, die ich glaubte, dass es die meine wäre, sehr schnell erschöpft war, wenn wenn ich mit Menschen sprach, die mir zeigten, was es bedeutet geerdet zu sein. Ich stellte fest, dass meine Glaubenssätze meine Weltsicht prägten und ich nur wachsen können würde, wenn ich diese Glaubenssätze, meine Sicht auf die Welt und damit meine Realität, also mich, in Frage stellen würde. Ich entschied mich dafür, mich der Angst zu stellen. Ich war gefordert die Kontrolle durch meinen Verstand einmal abzugeben, um meine Grenzen noch mehr zu erfahren. Ich blickte in ein tiefes Loch und merkte, dass ich anfangen musste hinszusehen um weiter zu kommen. Die Angst wurde zu meinem neuen Freund, der mir immer wieder und intensiver zeigt, wo es für mich was zu lernen gab und noch gibt. Da wo die Angst ist, wartet der Topf voll Gold.

„Unsere größten Ängste sind die Drachen, die unsere größten Schätze bewachen.“

Rainer Maria Rilke, (1875 -1926)

Der Zustand der Kontrollabgabe. An wen gebe ich sie eigentlich ab? Ich machte mich weiter auf die Suche und erkannte, dass es mein Unbewusstes war (Unterbewusstsein und Körper) das die Kontrolle übernahm, wenn „ich“ sie abgab. Ich forschte weiter an meinen Grenzen und war bereit sie zu überschreiten um sie dann auch weiter zu stecken. Dabei führte mich mein Leben zu Annett, ein sehr besonderer Mensch Sie ist hellsichtig, hat ein riesen großes Herz und ist unter anderem Atemcoach. Bei ihr lernte ich mein System durch tiefes Atmen so voller Sauerstoff zu pumpen, dass alles, was da seit langem feststeckte für mich sichtbar wurde. Mein innnerer Reinigungsprozess startete mit Krämpfen, Husten und Atemlosigkeit, also der Zustand in dem sich mein Körper ohne meine Kontrolle befand. Es erschreckte mich anfangs, aber mir wurde schnell klar, dass es an der Zeit war, mich dieser Reinigung zu widmen. Das Ganze half mir, zu meinem Kern vorzudringen, damit mein Bewusstsein auf eine stabile Basis zu bringen, um den nächsten Wachstumsschritt einzueiten. Seit dem ist es mir klarer denn je, dass meine Lunge nicht nur für meine Sauerstoffzufuhr notwendig ist, sondern auch um meinen emotionalen Körper rein zu halten. Ein weiterer Schritt erlebte Traumata aus meinem System aufzulösen.

Sibirischer Schamanismus

In meinem Selbstbewusstsein gestärkt erkannte ich, um weiter zu wachsen, meinen Drachen begegnen zu müssen. Der Weg führte unweigerlich an ihnen vorbei und ich jetzt wollte sie kennenlernen. Ich nahm all meinen Mut zusammen und übte mich in allem was ich bisher gelernt hatte – Fokus setzen, Verwurzeln, in Verbindung mit meinem Inneren und hören Selbst zu gehen und machte mich auf die Suche endlich der Drachenreiter zu werden, der ich sein wollte. Ich hatte keine Angst mehr, mir die Finger zu verbrennen und wusste, dass es eine Energie in mir gab, die geweckt werden wollte. In unzähligen Meditationen und Grenzgängen lernte ich mich selbst im Zustand der Kontrollosigkeit anzunehmen und auf die Führung zu vertrauen. All die Bilder die sich mir auftaten waren gespeist von großer Angst, aber auch größter Hoffnung. Der Ruf danach, mich intensiver dem Erreichen dieses Zustandes zu widmen, um anderen zu helfen, wurde lauter. Ich erkannte das große Potential, mein Potential. Da mich das Ritual von Aalya sehr berührte, sagte ich ihr, dass ich mehr von ihr lernen wollte. Sie verwies mich an Meister Abhay Oyun. Dessen Aufgabe ist die Arbeit mit Männern.

Männlichkeits-Initation

Der Männercoach Abhay Oyun war mir behilflich, auf der Suche nach dem Mann und Menschen in mir zeigte mir, dass all meine Erfahrungen mich zu einem besondern Menschen machen. Ich lernte dadurch noch mehr meiner Intuition zu vertrauen. All das, was ich erlebe, ist mein Zugang zur Realität und meine Wahrnehmung. Ich darf das annehmen. Er zeigte mir, wie ich mit meinen schlechten Angewohnheiten umgehen kann und wie ich mir die Dinge in mein Leben hole, die gut für mich sind. Auch zeigte er mir den Zustand der Trance. Das ist der Zustand, in dem sich unser Tagesbewusstsein zurückzieht und wir unser Unbewusstes zum Vorschein kommen lassen können. Es ist auch der Zustand, in dem wir über unseren Körper mit seinen Sinnen hinaus unsere Wahrnehmung schärfen und in dem wir Kontakt zu den geistigen Welten aufnehmen. Der Verstand geht in die Beobachterperspektive und lässt unserem Bewusstsein freien Lauf. In diesem Zustand schaffte ich es, meine tief in mir liegenden Potentiale zu aktivieren und merkte, dass ich als Mann auf diese Erde gekommen bin, um diese männlichen Qualitäten zum Wohle und Nutzen von mir und aller einzusetzen. Es war meine Geburt als Mann in diese Welt und ich lerne seitdem immer mehr darüber, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, in Klarheit zu sein und sie auch auszustrahlen.

Tägliche Achtsamkeitspraxis

Durch all die Erfahrungen, die ich machen durfte, ist mir klar geworden, dass es sehr viel Disziplin erfordert, sich jeden Tag den inneren und äußeren Einflüssen zu stellen um meinen inneren Kern zum Vorschein zu bringen. Ich begegne mir selbst mit Hingabe, Liebe und übe mich täglich darin, mich zu erden, zu öffnen und alles loszuwerden, was ich nicht mehr brauche. So wie man die Dinge, die seit Jahren im Keller herumliegen in einem beherzten Frühjahrsputz loswird, stellt sich die gleiche Zufriedenheit auch ein, wenn man alte Emotionen, nervtötende Gedanken und Sichtweisen verlässt, bzw. sie abtrennt. Es ist der „ganz normale Tag“, der mir zeigt, ob ich achtsam mit mir und meiner Umwelt bin, ob ich im Vertrauen bin und so ist es mir sehr wichtig meinen inneren Kompass jeden Tag aufs Neue auszurichten. Ich verwende einen Mix aus all den Praktiken, die ich erlernen durfte, um täglich meine persönliche Meditations-ZumirKommen-Einheit abzuhalten und auch weiter zu entwickeln. Ich will kein Dogma leben, sondern Verantwortung für meine Andersartigkeit übernehmen und dies durch meine Worte und Taten ausdrücken.